Was wollen wir
Schon heute bestimmt die Autobahn A10 einen großen Teil der Lebensqualität in der Gemeinde Michendorf, führt die A10 doch direkt durch die Wohngebiete der Gemeinde. Neben den Schadstoffimmissionen spielt dabei der Lärm eine besondere Rolle.
Darum haben die Planungen des Bundes für einen achtstreifigen Ausbau dieser Autobahn und einen Neubau der Tank- und Rastanlage Michendorf-Süd auch viele Diskussionen ausgelöst – die im September 2009 dazu führten, dass sich eine kleine Initiative mit Namen
AG Lärmschutz Jetzt!
gegründet hat. Zielesetzung der Arbeit sollte insbesondere die Verbesserung des Lärmschutzes bei den Ausbauplanungen sein.
NEUE LÄRMSCHUTZKONZEPTION (Stand Februar 2012)
Nachdem wir zunächst die Ausbauplanung mit einem sehr breiten Forderunsgskatalog begleitet haben, mussten wir unsere Aktivitäten im Zuge der Verhandlungen mit den Straßenbaubehörden weiter entwickeln. Wir haben dann auf neue Lärmschutzkonzeption entwickelt, die aus zwei Bausteinen besteht:
- Minimierung der Lärmentstehung durch Flüsterasphalt
- Maximale Lärmschutzwandhöhen durch Solarer Lärmschutz
Mehr dazu erfahren Sie HIER
WAS WAR GEPLANT
- Der Ausbau wird zwischen den Autobahndreiecken Nuthetal und Potsdam stattfinden
=> die Autobahn hat dann durchgehend 8 Fahrspuren!
- die Raststätte Michendorf wird auf der Südseite komplett neu gebaut
=> Ausbau von heute 51 Parkflächen auf 350 Parkplätze
=> Gigantische Größe von 12 ha - im Osten bis zur B2
=> kein Lärmschutz für die umliegenden Wohnhäuser
- im Bereich von Raststätte und Abfahrt wird es je Fahrtrichtung eine zusätzliche
zweispurige Einfädelungsspur geben
=> dort wird die Autobahn zukünftig 12 Fahrspuren haben!
- Der Ausbau wird für eine Verkehrszunahme auf 126.000 Kfz pro Tag geplant
=> das ist eine Zunahme auf etwa 150 % des heutigen Verkehrs!
- der vorgesehene Lärmschutz sollte nicht optimal sein
=> es war kein Flüsterasphalt vorgesehen
=> kein Lärmschutz für Langerwisch
=> kein Lärmschutz für Ferch / Lienewitzsee
=> keine Lärmschutzwände auf dem Mittelstreifen geplant
WAS HABEN WIR ERREICHT
Wir konnten erreichen, dass vom östlichen Bauanfang bis zur Höhe der Bebauung in Michendorf West ein lärmarmer Asphalt vorgesehen wird. Dieser muss dauerhaft den Lärm um mindestens 5 dB(A) senken. Durch die große Breitenwirkung wird dieser auch Flüsterasphalt genannte Straßenbelag allen Anwohnern im Einbaubereich zugute kommen
Zudem konnten wir sowohl die Politik als auch das Landes- und Bundesverkehrsministerium davon überzeugen, dass Michendorf zum Modellprojekt für eine Verbindung von Photovoltaik und Lärmschutz wird. Mit diesem solaren Lärmschutz könnte es uns gelingen, einen durchgehend 10 Meter hohen Lärmschutz an der Autobahn im Bereich Michendorf/Wildenbruch zu realisieren.
Zusätzlich konnten wir die Gemeinde Michendorf davon überzeugen, für einen Lärmschutzwall auf der Nordseite der Autobahn eine Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Sollte diese positiv ausfallen und es eine Mehrheit für ein solches Projekt in der Gemeindevertretung geben, dann kann auch ein Lärmschutz für Langerwisch zusätzlich zum Flüsterasphalt Wirklichkeit werden.
Eine Veränderung der Streckenführung und eine Reduzierung der Ausbaubreite insbesondere im Bereich der Parallelfahrbahnen konnten wir hingegen nicht durchsetzen. Auch eine Verringerung der Ausbaugröße der Rastanlage Michendorf-Süd war nicht zu realisieren.
DIE ERSTEN FORDERUNGEN DER AG ZUM AUSBAU DER A10 (Stand September 2009):
1. Einbau von Flüsterasphalt (offenporigen Asphalt – OPA) in die Fahrbahnen
Nur durch diese Maßnahme kann der Lärm bereits am Entstehungsort aktiv verhindert werden – in anderen Bundesländern ist diese Form des Lärmschutzes längst üblich!
2. Verlängerung der Lärmschutzwände auf der Nordseite
Ohne diese Verlängerung werden zukünftig die östlichen Wohngebiete der Gemeinde Michendorf der Verlärmung schutzlos preisgegeben! Auch für den Schutz der Wohngebiete und Naherholungsgebiete im Bereich Ferch und Lienewitzsee müssen Maßnahmen zum Lärmschutz vorgesehen werden. Weder für Langerwisch noch für Ferch oder den Lienewitzsee gibt es bislang irgendeine Lärmschutzplanung.
3. Bau von Lärmschutzwänden auf dem Mittelstreifen
Aufgrund der erheblichen Breite der neuen Autobahn ist die Lärmausbreitung nur durch zusätzliche Lärmschutzwände auf dem Mittelstreifen weiter einzugrenzen! denn im Bereich der Raststätte ist die Autobahn sogar mit insgesamt 12 Fahrspuren geplant - und im Bereich der Eisenbahnbrücke westlich der Raststätte werden die Richtungsfahrbahnen der Autobahn aus bautechnischen Gründen nochmals auf die doppelte Breite auseinander gezogen - was die Lärmausbreitung erheblich begünstigt.
4. Lärmschutzwand für die Parallelfahrbahn
Für die Auffahrt Michendorf in Richtung Magdeburg sind Parallelfahrbahnen geplant, die keinerlei Lärmschutz bekommen sollen, obwohl diese in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung gebaut werden sollen.
5. Begrenzung der maximalen Höchstgeschwindigkeit
Im gesamten Ausbaubereich ist die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit aus Gründen der Verkehrssicherheit und aus Gründen des Lärmschutzes auf 100 km/h zu beschränken.
6. Rücknahme der nördlichen Verschwenkung
In den Orten Langerwisch und Michendorf soll die Autobahn nördlich - also in Richtung der Wohnbebauung - verschwenkt werden. Um den Abstand zur Wohnbebauung zumindest zu erhalten sind diese Trassierungen zurück zu nehmen.
7. Veränderung der geplanten Fahrbahnführung
Im Bereich der Auf- und Abfahrten für die beidseitige Raststätte und die Auf- und Abfahrt sind derzeit Parallelfahrbahnen geplant, die eine Ausbaubreite von insgesamt 12 Fahrspuren ergeben. Diese extreme Breite der Autobahn im Siedlungsbereich begünstigt die Lärmausbreitung sehr stark. Die Ausbaubreite muss daher in diesen Bereichen verringert werden.
8. Bepflanzung der Randbereiche
Die Randbereiche der Autobahn sind auf mindestens 100 Meter Tiefe vollständig zu bepflanzen.
DIE FORDERUNGEN DER AG ZUM BAU DER RASTANLAGE MICHENDORF-SÜD (Stand: September 2009):
Die Planung für die Rastanlage muss nach unserer Überzeugung gemeinsam mit dem Ausbau der Autobahn A10 betrachtet werden - und für die Gesamtplanung ist auch ein Gesamtkonzept für den Lärmschutz vorzulegen. Derzeit sieht die Planung an der Rastanlage Michendorf-Süd keinerlei Lärmschutzmaßnahmen für die umliegenden Wohngebiete vor.
Die weiteren Forderungen der "AG Lärmschutz Jetzt" zum Bau der Rastanlage Michendorf-Süd:
1. Neubau und kein Ausbau
Die Planungsunterlagen bewerten die Baumaßnahme als Ausbau. Die Dimension der Planung und die Tatsache, dass von der Rastanlage nur die Tankstelle und das Restaurant stehen bleiben sollen, zeigen aber, dass diese Baumaßnahme als Neubau zu bewerten ist. Wir fordern die Bewertung des Bauvorhabens als Neubau - und damit nicht nur die Anwendung der entsprechenden Immissionsgrenzwerte für einen Neubau sondern auch die Durchführung einer Variantenuntersuchung, die sowohl die Nullvariante (Verzicht auf den Neubau) als auch unterschiedliche Größenvarianten für die Rastanlage einbezieht.
2. Lärmschutz für die Wohngebiete
Die Planung sieht lediglich einen kleinen Lärmschutzwall für die parkenden LKW-Fahrer vor - die umliegenden Wohngebiete dagegen sollen keinerlei Lärmschutz erhalten. Wir fordern, dass insbesondere für die Wohngebiete Bergheide und Six Lärmschutzmaßnahmen, sowohl auf der Süd- und Ostseite der geplanten Rastanlage errichtet werden, als auch an den Parallelfahrbahnen zwischen der Brücke über die B2 und der Raststättenauffahrt.
3. Größerer Abstand zur Wohnbebauung
An der Ostseite sollen die LKW-Parkflächen bis kurz vor die Bundesstraße B2 reichen - und damit in direkter Nähe zum Ort Bergheide liegen. Wir fordern, dass die Parkflächen der Rastanlage insbesondere aus Lärmschutzgründen einen größeren Abstand zu den Wohngebieten einhalten und der Bau der 61 LKW-Stellplätze der östlichen Erweiterungsfläche Bergheide ersatzlos gestrichen wird.
4. Verzicht auf Parallelfahrbahnen
Aufgrund der Nähe der Raststättenauffahrt zur Anschlussstelle Michendorf sollen sogenannte Parallelfahrbahnen gebaut werden, die an dieser Stelle zu einem 12-streifigen Ausbau der Autobahn führen. Diese Ausbaubreite hat wiederum eine starke Ausbreitung des Lärms von der Autobahn zur Folge. Wir fordern, dass die Auffahrtsituation durch eine neue Wegeführung auf dem Raststättengelände soweit Richtung Westen verlegt wird, dass ein ausreichender Abstand zur Abfahrt Michendorf erreicht wird und keine Parallelfahrbahnen notwendig sind.
5. Veränderung der Lärmschutzeinrichtung für die LKW-Rastplätze
Für die rastenden LKW-Fahrer ist zum Lärmschutz ein kleiner Lärmschutzwall mit einer aufgesetzten Gabionenwand geplant. Wir fordern, dass wegen möglicher Lärmreflektionen für den Ort Michendorf dieser Lärmschutz absorbierende Oberflächen erhält, Lärmschutzeinrichtungen im Mittelstreifenbereich der A10 angebracht werden und dieser Lärmschutzwall so verbessert wird, dass er auch Lärmschutzfunktionen für die Orte Bergheide und Six übernehmen kann.
6. Ersatzmaßnahmen für Lärmschutz
Ein Großteil der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind in großer Entfernung zur Rastanlage geplant, diese Maßnahmen können daher für die betroffenen Menschen keine Minderung der negativen Auswirkungen der Neubauplanung bewirken. Wir fordern, dass diese Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen so umgeplant werden, dass diese vor Ort realisiert werden und soweit wie möglich auch einem besseren Lärmschutz für die umliegenden Wohngebiete erbringen.
Der offene Brief
Die “AG Lärmschutz Jetzt!” hat bereits vor der Landtagswahl Ende September einen offenen Brief an die Landtagskandidaten von SPD, Linken, CDU, FDP und von Bündnis 90/Die Grünen und an den Bundesverkehrsminister Herrn Tiefensee geschrieben. Darin sind auch unsere Forderungen aufgelistet - den Brief und die Antworten können Sie nachlesen - für den offenen Brief bitte hier klicken, für die Antworten klicken Sie bitte hier.
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